Darmgesundheit


Was den Darm stört

Darmgesundheit

Gesund oder krank? Welche Rolle spielt der Darm?

Schon in 4000 Jahre alten Schriften ayurvedischer Gelehrter wird der Darm als das Zentrum des Lebens beschrieben. Lange Zeit war der Darm jedoch für viele Menschen ein Tabuthema. Anders als über andere Organe unseres Körpers wurde über den Darm sehr wenig berichtet und gesprochen. Doch die Scheu ist geschwunden. Zum einen hat das tolle Buch einer Medizinerin „Darm mit Charme“ das Thema etwas enttabularisiert. Zum anderen hat es in den vergangenen Jahren viele neue Forschungsergebnisse dazu gegeben.

Es ist erwiesen, dass der Darm unendlich viel mehr ist als nur ein Fließband, in dem zerkleinert, gespalten und resorbiert wird. Heute weiß man, dass im Darm mehr mikroskopisch kleine Bewohner (Bakterien, Hefen, Viren) leben, als es in unserer Milchstraße Sterne gibt.

Experten bezeichnen dieses entdecke Universum im Körper als „Darmorgan“ oder „Mikrobiom“ (übersetzt: kleine Leben).

Der Darm steuert mit Milliarden von gesunden Helfern, den probiotischen Bakterien, den Großteil aller Stoffwechselvorgänge in unserem Körper. Er produziert lebenswichtige Vitamine, Enzyme und Aminosäuren, die wir für das Funktionieren aller Organe benötigen und neutralisiert alles Schädliche, das mit der Nahrung in unseren Organismus gelangt. Die gesunden Bakterien bilden an unserer Darmwand eine leistungsstarke Schutzbarriere, damit nur lebenserhaltende Stoffe ins Blut gelangen. Alles andere wird so schnell wie möglich wieder ausgeschieden.

80 Prozent aller Immunzellen befinden sich in der Darmschleimhaut und formieren sich damit zu einem der größten Immunorgane des Körpers.

So wie das Herz das Blut in jede Körperregion verteilt, indem es schlägt, oder die Nieren Giftstoffe aus dem Blut filtern und ausscheiden, wird das Mikrobiom im Darm als Global Player bezeichnet, weil:

  • es den Energiehaushalt über das Herz-Kreislauf-System reguliert
  • es das Gewicht bestimmt
  • es die Immunabwehr stärkt
  • es ein Wörtchen mitzureden hat, ob wir an Diabetes oder an einer Fettstoffwechselstörung erkranken und beantwortet auch die Frage, ob ein Tumor wächst oder nicht.

Erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut: Ursachen und Folgen
“Leaky gut“

Das empfindliche Gleichgewicht in unserem Darm kann durch eine Reihe von Faktoren gestört werden. Normalerweise stellt die Darmschleimhaut eine Barriere zwischen Darminhalt und Blut dar. Sie verhindert, dass unvollständig verdaute Nahrungsbestandteile, giftige Stoffe oder Bakterienbruchstücke in das Blut übertreten.
Beim Leaky Gut Syndrom ist diese Barriere gestört und es kommt zu einer krankhaft erhöhten Permeabilität (Durchlässigkeit) der Darmwand, sodass schädliche Substanzen aus dem Darm in den Blutkreislauf eindringen können.

Schutzwall Darmgesundheit

Ursachen für ein „Leaky Gut“ können u.a. sein:

  • Unverträglichkeiten / Nahrungsmittelintoleranz
    (z.B. Fruktose, Laktose, Histamin, Gluten)
    - HIER bieten wir ein Info-PDF zum Download dazu an -
  • Infektionen und Fehlbesiedlungen
    (z.B. Parasiten, Bakterien, Viren, Hefen)
  • Stress
  • Schwermetalle
  • Medikamente
  • Radikalbelastungen (oxidativer Stress)
  • Alkohol / Drogen / Kaffee
  • Entzündliche Darmerkrankungen
  • Mangel an Mikronährstoffen

Bahnbrechende Entdeckungen von Prof. Allessio Fasano: Erhöhte Darmdurchlässigkeit durch Gluten


Darm und das zweite Gehirn - Wie Bauch und Kopf kommunizieren

Unser Darm sendet über Nervenstränge und Botenstoffe beständig Signale an unser Denkorgan und beeinflusst unser Befinden wie auch unsere Entscheidungen.
Vermittler ist hier der Vagusnerv, auch "Vagabunt" genannt. Es handelt sich dabei um den zehnten Hirnnerv.

Vagusnerv Vagabunt

Vagusnerv

Der Vagusnerv entspringt im Hirnstamm und verläuft entlang der Wirbelsäule über die gesamte Länge des Oberkörpers.

Seine unteren Äste umschlingen den Verdauungstrakt, knüpfen an die Nervenzellen der Darmwand und bilden so quasi eine Datenautobahn, über die in beide Richtungen vom Darm zum Gehirn und umgekehrt Signale hin- und hergeschickt werden.
Darmbakterien können über Signalstoffe den Vagusnerv direkt aktivieren.

„Die Verbindungen zwischen Gehirn und Darm verlaufen immer in beide Richtungen. Deshalb ist es so schwer zu sagen, was die Ursache und was die Folge ist."
So die Aussage von Prof. Emeran Mayer an der Universitiy of California in Los Angeles (UCLA).


Der Darm als Rechenzentrum

Unser Darm verfügt über Netze aus Millionen von Nervenzellen, die Informationen selbständig verarbeiten – und so Verdauung und Infektabwehr autonom steuern.

Der Darm als Rechenzentrum

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